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Fälle aus der Praxis
Falldokumentation Homöopathie: Ein akuter Fall von Laryngitis Falldokumentation Homöopathie: Ein akuter Fall von Laryngitis Wie reagiert der Therapeut, wenn eine Patientin ihren Termin für denselben Nachmittag wegen plötzlich eingesetzter Halsschmerzen absagen muss? Er bietet natürlich an, ein homöopathisches Akutmittel zu verschreiben, das die eben eingetretenen Beschwerden heilen wird. Die Patientin beklagt die Symptome seit knapp zwei Tagen, der Zustand ist also akut. Auf gezielte Fragen hin kann die Patientin genaue Angaben über ihre Halsschmerzen machen. Die Arbeit der Therapeutin besteht jetzt darin, diese Symptome im Sinne der Homöopathie möglichst vollständig aufzunehmen: Was war die Ursache (Ätiologie oder Causa)? Wo genau sitzen die Schmerzen (Lokalisation)? Wie fühlen sie sich an (Sensation)? Was bessert, was verschlechtert sie (Modalitäten)? Es wird folgendes berichtet:
Vom Allgemeinzustand her sei die Patientin etwas müde, leicht angeschlagen
aber nicht übermäßig erschöpft, weder
fröstelig noch hitzig. Fieber sei nicht vorhanden, auch keine Schweißneigung, sie habe jedoch das Bedürfnis, mehr
zu trinken. Diese allgemeinen wie auch individuellen Angaben liefern den Ausgangspunkt für die Suche nach dem passenden Arzneimittel. Mithilfe des homöopathischen Repertoriums lassen sich Angaben wie "Krähende Stimme", "Schmerzen im Larynx beim leeren Schlucken", "Trockene Stelle im Kehlkopf", "Reizung des Kehlkopfs beim Reden" so verarbeiten und analysieren, dass sie am Ende auf ein (oder mehrere) sehr wahrscheinlich angezeigte(s) Arzneimittel hinweisen. Dieser Aspekt der Arbeit ist rein statistischer Natur. Auch wenn die Repertorisation die Entscheidung für das eine oder das andere Mittel letztendlich nicht abnimmt, liefert sie immerhin ein Angebot über in Frage kommende Mittel. Nach kritischer Überprüfung der angebotenen Mittel - und in diesem Fall auch nach einer Untersuchung der Patientin bei einem Hausbesuch - fiel die Wahl der homöopathischen Arznei auf Spongia tosta, den gerösteten Meerschwamm. Dieses Meeresgetier ist häufig indiziert bei spastischen Prozessen der Atemwege wie Krupphusten, asthmoider Bronchitis, Keuchhusten. Wahlweisend für das Mittel war die hohe Empfindlichkeit (Sprechen, Schlucken verschlimmern) und die Trockenheit des Kehlkopfes aber auch der verstärkte Durst, ein Leitsymptom von Spongia, das häufig von vermehrtem Hunger begleitet wird (die stoffliche Substanz ist jodhaltig!). Das Mittel wurde in der C30 gegeben. Am folgenden Tag waren die Beschwerden merklich abgeklungen, nach nochmaliger Gabe derselben Potenz war eine vollständige Besserung erreicht. Auf die Genauigkeit der Befragung, auf die Vollständigkeit der Symptome, auf das Erfahren individueller Modalitäten kommt es an, wenn das richtige Mittel gefunden werden soll. Falldokumentation Akupunktur (TCM): Vor einer Prüfung sollte man seine Milz pflegen! Ein Student sucht die Praxis auf. Er klagt über Erschöpfung
und leichte Depressivität. Er hat sich vor einigen Monaten intensiv auf
sein Examen vorbereitet und, obwohl er mit guten Noten bestanden hat,
fühlt er sich nun ausgelaugt und matt. Vor dem Examen hat er mehrere Jahre
als Nachtportier gearbeitet und hat dabei viel für sein Studium gelernt.
Die Anamnese ergibt im wesentlichen folgende Informationen: Nach den Regeln der TCM findet man in diesem Fall folgende Leitkriterien:
Aus der Sicht der pathologischen Energien handelt es sich um:
Bezogen auf die ZangFu, die "Organe" der chinesischen Energetik, steht hier eindeutig eine Schädigung der Milz im
Vordergrund, sie ist begleitet von einer Schwäche der Nierenenergie, insbesondere des Nieren-Yang. Die Diagnose im Sinne der TCM lautet: Yang-Leere der Milz und Yang-Leere der Niere. Die Krankheit wird durch tonisierende Nadelung und durch Moxibustion ausgewählter Punkte behandelt (z.B. Milz 6, Milz 3, Magen 36, Niere 3, Blase 20, Blase 21, Blase 23). Der Patient achtet auch auf bestimmte Empfehlungen des Therapeuten bei seiner Ernährung. Wie klingt es? Logisch und einfach? Oder eher exotisch und unverständlich? Was haben nur geschwollene Beine mit der Milz zu tun? Und der Frust mit der Lust soll mit den Nieren zusammenhängen? Für den ausgebildeten Akupunkteur ist dies aber ein Bilderbuch-Fall. Die Beschwerden lassen sich nach den Gesichtspunkten der TCM eindeutig auswerten, nach gründlicher Befragung der vergangenen und aktuellen Symptome gelangt man unproblematisch zur Diagnose und damit zur Therapie. |